Gesundheit ohne Umwege - Impfen am Arbeitsplatz
Warum lohnt es sich auch aus betrieblicher, wirtschaftlicher Sicht Grippeimpfaktionen durchzuführen?
Betriebliche Grippeimpfungen sind nicht nur gesundheitlich sinnvoll, sondern auch hoch wirtschaftlich.
Die Studie von Zöllner & Schwander aus Deutschland, ASU (Fachzeitschrift Arbeitsmedizin/Sozialmedizin/Umweltmedizin)08/2025, zeigt, pro investiertem Euro entstehen Einsparungen von rund 4,35 € durch reduzierte Fehlzeiten und gesteigerte Produktivität.
Im Modellbetrieb mit 500 Mitarbeitenden und 20 % Impfquote konnten jährlich knapp 30 Produktivtage und 9.000 € eingespart werden – bei einer Kapitalrendite von 335 %. Szenarien mit größeren Belegschaften oder höheren Impfquoten steigern diesen Effekt deutlich.
Auf nationaler Ebene könnten bei 30 % Impfquote jährlich 770.000 Grippeerkrankungen und 3,8 Mio. Arbeitstage verhindert werden – mit einem Einsparpotenzial von über 1 Mrd. €.
Link zur Studie: https://www.asu-arbeitsmedizin.com/sites/default/files/2025-09/2025-08_wissenschaft_schwander.pdf
Mit welchen Kosten ist eine Grippeimpfaktion für mein Unternehmen verbunden?
Der Impfstoff wird im Rahmen des öffentlichen Influenza-Impfprogramms von Bund, Ländern und Sozialversicherung kostenfrei zur Verfügung gestellt. Das Organisieren der Impfstoffe erfolgt über den Arbeitsmediziner. Kosten Für das Unternehmen entstehen ausschließlich im Sinne des vereinbarten ärztlichen Impfhonorars.
Die zur Verfügung gestellten Impfstoffe für die Saison 2025/2026 sind:
- Influvac Tri – Viatris Austria (für alle ab 6 Monaten)
- Fluad, adjuvantiert, 60+ – CLS Seqirus (für über 60 Jährige)
Was ist die "echte" Grippe?
Die echte Grippe („Influenza“) ist eine oft unterschätzte Krankheit, die zu gesundheitlichen Komplikationen führen kann. Eine Impfung ist allgemein empfohlen. Insbesondere aber für Personen über 60 und Menschen mit entsprechenden Grunderkrankungen und dadurch erhöhtem Risiko eines schweren Verlaufs sowie deren Kontaktpersonen.
- 5-15% der Österreicher:innnen infizieren sich Jährlich mit Influenza. Ein großer Teil davon erkrankt auch daran.
- 1000 Menschen in Österreich sterben jährlich an einer Influenzainfektion (fast ausschließlich Angehörige von Risikogruppen)
Welche Symptome hat man bei einer Grippeinfektion?
Typisch ist der plötzliche, schlagartige Beginn der Krankheit. Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Halsentzündung, Schnupfen, Husten oder allgemeine Kreislaufschwäche sind typische Symptome. Es besteht üblicherweise im Gegensatz zum grippalen Infekt ein schweres Krankheitsgefühl.
Wie infiziert man sich mit dem Grippevirus?
Grippeviren (Influenzaviren) sind über Tröpfcheninfektion leicht übertragbar, z. B. durch hustende Menschen, Händeschütteln, Haltegriffe, Türschnallen etc. Träger des Influenzavirus sind bereits ein bis zwei Tage vor Auftreten der ersten Symptome und bis zu sieben Tage danach ansteckend.
Eine einfache, aber wichtige Vorbeugung: häufiges und gründliches Händewaschen oder Händedesinfektion.
Besonders in Büroräumen kommt es zu vielen zwischenmenschlichen Kontakten über eine lange Dauer. Deshalb ist insbesondere hier eine Grippeschutzimpfung sinnvoll!
Wie oft soll man sich impfen lassen und wie wirksam ist der Schutz?
Grippeviren verändern sich ständig. Der Impfstoff wird jedes Jahr neu entwickelt und Sie müssen daher jedes Jahr zur Impfung gehen, wenn Sie sich schützen wollen. Der Impfschutz setzt nach ein bis zwei Wochen ein und besteht ca. sechs bis zwölf Monate. Eine Impfung kann eine Ansteckung in den meisten Fällen verhindern. Ein 100-prozentiger Schutz besteht nicht. In aller Regel jedoch ist mit einem milderen Verlauf der Erkrankung zu rechnen, sollte man trotz Impfung erkranken.
Was ist der richtige Zeitpunkt für die Grippeimpfung?
Idealer Zeitpunkt ist Ende Oktober – Anfang November und zwar noch vor Ausbruch der Grippeepidemie. Grundsätzlich kann aber auch zu einem späteren Zeitpunkt geimpft werden.
Beispielsweise in der Grippesaison 2024/2025 war auf Grund der späten Grippewelle auch im Januar eine Impfung lohnenswert!
Kann man eine ausgebrochene Grippe behandeln?
Grippe kann nicht ursächlich, sondern nur symptomatisch behandelt werden, z. B. durch Fiebersenkung, Schmerzreduktion (nur im Rahmen einer ärztlichen Behandlung!). Medikamente, welche den Krankheitsverlauf leicht verkürzen können, wirken nur, wenn man sie sofort nach dem Auftreten der ersten Symptome einnimmt (Oseltamivir – Handelsname: Tamiflu).